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28.02.06
Erneut buhlt etoy um Aufmerksamkeit - und um unsere Seelen!
Villö Huszai
Kommenden Donnerstag präsentieren etoy im Zürcher Kunstraum Walcheturm ihr neues Projekt: «Mission Eternity» plant die Zukunft nach dem Tod.

Mit der neusten Aktion «M∞» für «Mission Eternity» will etoy nichts Geringeres, als «einen Totenkult für das Informationszeitalter» anbieten. Am kommenden Donnerstag werden «mindestens acht etoy.AGENTEN», so etoys Ankündigung via Mail, im Zürcher Kunstraum Walcheturm das Projekt offiziell eröffnen. Genauer: Etoy setzt die Produktion von «Mission Eternity» auf dem Boden und unter den Augen der Öffentlichkeit fort, denn das eigentliche «Produkt», so die Ausdrucksweise des etoy.Agenten und Ökonomen Haefliger, wird erst an der diesjährigen ISEA im amerikanischen San Jose Mitte August verfügbar sein. Was unter dem «public etoy.OPENING» eines Projektes zu verstehen ist, das noch gar nicht steht, wird etoy an der Präsentation im Walcheturm plausibel machen wollen. Und natürlich das eigentliche Projekt, von dem etoy.ceo zai im Gespräch mit www.clickhere.ch von vornherein zugibt: «etoy geht immer an die Grenzen, das ist hier nicht anders.»



Transport des etoy-Containers von Berlin nach Zürich


Ankunft der etoy-Container in der Zürcher Kaserne. Fotos: etoy

Während die Transmediale um den vermeintlich oder tatsächlich erkalteten Brei «Medienkunst» kunsthistorisch einen weiten Bogen macht – von «Netzkunst» ganz zu schweigen –, tritt etoy mit der neusten Aktion ganz unbeeindruckt als «Medienkunstgruppe» auf. Selbst vor dem berüchtigten Pleitegeier E-Business scheut sich etoy nicht, präsentiert die Gruppe «M∞» doch als «Internet-Kunstwerk». Etoy muss schliesslich nicht gleich ein ganzes Genre plausibel machen, sondern nur sich selbst respektive das neue Projekt.

An der Transmediale, die sich dieses Jahr vom Genre "Medienkunst" distanzierte, spekulierte der Berliner Künstler und Medientheoretiker Sebastian Lütgers, dass «die Medienkunst» jetzt zwar out sei, aber das sich wieder ändern könne. Es müsse nur wieder jemand das Genre in Besitz nehmen und eine tolle Sache unter dem Label machen. Ist «Mission Eternity» vielleicht gerade die erlösende Kunst-Aktion, auf die Lütgers hypothetisch setzte? Genügend metaphysisch, um als Erlösung der darbenden Medienkunst zu fungieren, wäre sie ja allemal.

   
Information:

etoy «M∞ /Misssion Eternity»

Kunstraum Walcheturm, Kanonengasse 20, Zürich (CH)
Donnerstag, 2. März, Opening ab 19.00 Uhr, Präsentation ab 20.00 Uhr

Links:

»zu etoys neuer Mission Eternity
»www.walcheturm.ch
»die Website www.textz.com von Sebastian Lütgers
»unser Kommentar zur Transmediale
»unser Beitrag zu etoys Aussichten auf dem Kunstmarkt