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| 30.01.06 |
Bubenstreiche
Annina Zimmermann |
| «SONOgames» (Gilbert Engelhard und Nikolas Neecke) verwandeln das Basler [plug.in] in ein leicht verrücktes Wohnzimmer. | |
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Erinnern Sie sich noch an Amélie Poulin, Jean-Pierre Jeunets Filmheldin mit den fabelhaften Einfällen und Versteckspielen? Ein bisschen kommt sich vor wie der böse Gemüsehändler aus dem Paris Quartier, wer sich in der aktuellen Ausstellung des [plug.in] in einen der Ohrensessel setzt. Alles ist ein bisschen muffig: Plüschpolsterung, Topfpflanzen, Tischlämpchen. Und alles scheint vertraut: Grossmutters Erbgut oder dann ein Direktimport aus dem Brockenhaus. Im Film manipuliert Amélie unmerklich Schnürsenkel und Weckzeiten, tauscht Rasierseife mit Zahnpasta und sägt so an den Fundamenten des allzu selbstgewissen Monsieur Colignon.
Keine Angst vor Elektronik: Wer sich setzt, bringt den Zimmerbrunnen zum Plätschern (rechts), die Blumensträusse reagieren auf Steicheln mit sphärischen Klängen. Die Ausstellung im [plug.in] wiederum nennt sich «Leasureland II»
und wurde von Nikolas Neecke und Gilbert Engelhard als Sound-Environment
eingerichet. Hier haben sich die Dinge zwar nicht ganz so entschlossen
gegen einem verschworen, doch, animiert von den Basler Künstlern,
ebenso munter ein Eigenleben entwickelt. Der Fussschemel etwa reklamiert
bei jeder Belastung lautstark und den Blumen entlockt ein Streicheln sphärische
Klänge. Im Kajütenbett wartet ein schmusendes Zebra und andere
Stofftiere, die sich miteinander unterhalten. Eine Stereoanlage ist zum
Memory-Spiel umgebaut, bei dem es Jodel und laut gelesene Kochrezepte
zu erinnern gilt.
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| Ausstellung: | «Leasureland II» von SONOgames (Nikolas Neecke
und Gilbert Engelhard) |
| Links: | »www.iplugin.org |